Nachname:
Ebbesen
Vorname:
Karoline
Epoche:
19. Jahrhundert
20. Jahrhundert
Arbeitsgebiet:
Kunst
Geburtsort:
Stege (DNK)
* 21.02.1852
† 17.07.1936
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Dänische Anstaltsinsassin und Künstlerin.

 

Karoline Ebbesen (1852-1936) wurde auf der Insel Møn (Dänemark) als Tochter eines Goldschmieds geboren und wuchs mit zwei Geschwistern auf. 1854 starb der Vater. Die Mutter heiratete erneut, gebar eine weitere Tochter und eröffnete mit ihrem Mann 1862 einen Dentisten- und Goldschmiedebetrieb in Kopenhagen. 1870 starb der Stiefvater und 1872 und 1873 starben auch die beiden älteren Geschwister. Ab 1873 geriet Ebbesen zunehmend in psychische Krisen und galt spätestens ab1884 als deutlich seelisch verändert. Sie wurde am 13. März 1885 erstmals in das Kopenhagener St. Hans Hospital eingewiesen, hielt sich dort ab Juni 1887 ständig auf und wurde 1892 in die Pflegeabteilung verlegt. Laut der Krankenakte habe sie sexualisierte Wahnideen, Essstörungen und aggressives Verhalten entwickelt (Reisby & Skogemann 1985/1989, S. 13 f.).

 

Um 1897 sei Ebbesen ruhiger geworden und habe in der Wäscherei der Klinik arbeiten können. Zugleich habe sie ihr Krankenzimmer mit diversen Materialien dekoriert, eigene Sprachen erfunden, sowie Nähereien, Stickereien und ab 1917 auch farbige Zeichnungen produziert. Ihr Arzt P. Dich schrieb in der Akte, dass Verbote ihres umfangreichen Kunstschaffens dazu geführt hätten, dass sie ihre Arbeit in der Wäscherei niederlegte. Um 1920 habe Ebbesen an Gewicht zugenommen, sie sei schweigsamer geworden und habe 1922 erklärt, ihr Name sei „Königin Abil“. 1936 starb Karoline Ebbesen an Krebs im St. Hans Hospital.

 

2002 wurde eine Auswahl von Ebbesens Werken im Rahmen der Ausstellung Erfinder, Künstler, Outsider im Krankenhausmuseum Bremen gezeigt.

 

 

Literatur

Reisby, N. (1977): Billeder og psykisk sygdom. Arbejder fra Sct. Hans Hospital Museum. Kopenhagen: Forum.

Reisby, N. (1979): Psykiatrien og de syges billeder. In: Louisiana revy 20, S. 6-8.

Reisby, N., P. Skogemann (1985): Karolines bog. Kopenhagen: Rosinante aps. [Dtsch.: Reisby, N., P. Skogemann: Karolines Buch. Mönkeberg: Butt 1989].

Prinzhorn, H. (1922): Bildnerei der Geisteskranken. Ein Beitrag zur Psychologie und Psychotherapie der Gestaltung. Berlin: Springer.

Storm, L. (1985): Elske vil jeg og leve glad. Caroline Ebbesen. 1852-1936. Kopenhagen: Flox.

Koch, N., R. M. Tillisch (1986): Det uudsidelige. Billedkunst som kvindetolkning. Kopenhagen: Melusine.

Storm, L. (1987): Se lys ville jeg. Caroline Ebbesen. 1852-1936. Frederiksberg: Flox.

 

Robin Pape

 

Zitierweise
Robin Pape (2015): Ebbesen, Karoline.
In: Biographisches Archiv der Psychiatrie.
URL: www.biapsy.de/index.php/de/9-biographien-a-z/138-ebbesen-karoline
(Stand vom:19.12.2018)