Nachname:
Lewin
Vorname:
James
Epoche:
20. Jahrhundert
Arbeitsgebiet:
Medizin
Psychiatrie
Geburtsort:
Berlin (DEU)
* 28.10.1887
† 31.12.1937
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Deutscher Psychiater.

 

James Lewin (1887-1937) wurde 1887 in eine kaufmännische Familie in Berlin geboren. Ab 1907 studierte er Medizin und Philosophie an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin und in Leipzig. Er erhielt ab 1916 eine Stelle als Assistent von Ernst Siemerling an der Irrenklinik in Kiel und dann als Assistenzarzt bei Paul Flechsig in Leipzig. 1917 promovierte Lewin an der Leipziger Medizinischen Fakultät und heiratete Clara Abramowitz, sie bekamen einen Sohn. Nach dem Ersten Weltkrieg eröffnete er 1918 in Berlin eine private Praxis für Nerven- und Frauenkrankheiten, aber verlor durch das Vorgehen der Nationalsozialisten gegen „jüdisch-stämmige“ Deutsche 1933 seine Krankenkassenzulassung. Lewin flüchtete nach Paris und dann 1936 in die Sowjetunion, um am Moskauer Forschungsinstitut für Psychiatrie und Neuropathologie wissenschaftlich zu arbeiten. Laut sowjetischen Vernehmungsakten wurde Lewin durch Erpressung zum Gestapo-Agenten und man erschoss ihn am 31. Dezember 1937 unter anderem aufgrund des Verdachts auf Spionage (Steinberg 2012, S. 71 ff.).

 

Literatur

Lewin, J. (1912): Die Lehre von den Ideen bei Malebranche. Halle: Niemeyer.

Lewin, J. (1917): Ueber Situations-Psychosen. Ein Beitrag zu den transitorischen, insbesondere haftpsychotischen Störungen. In: Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten 58, (1), S. 533-598.

Lewin, J. (1918): Repetitorium der Psychiatrie. Leipzig: Barth.

Lewin, J. (1919): Die Psychopathien. Ein Beitrag zu ihrer Charakterisierung und Einteilung. In: Monatsschrift für Psychiatrie und Neurologie 45, (6), S. 312-334.

Lewin, J. (1920): Psychologie, Psychopathologie und Psychiatrie. Ein Beitrag zur Neuorientierung in der Psychopathologie. In: Zeitschrift für die gesamte Neurologie und Psychiatrie 53, (1), S. 325-345.

Lewin, J. (1921): Das Hysterieproblem. In: Monatsschrift Psychiatrie und Neurologie 50, (2), S. 109-123.

Lewin, J. (1931): Geist und Seele. Ludwig Klages‘ Philosophie. Berlin: Reuther & Reichard.

Steinberg, H., O. Somburg, G. R. B. Boocock (2012): Der deutsch-jüdische Psychiater James Lewin. Ein zweifach vergessenes Opfer. In: Der Nervenarzt 83, (1), S. 71-75.

 

Robin Pape

 

Zitierweise
Robin Pape (2015): Lewin, James.
In: Biographisches Archiv der Psychiatrie.
URL: www.biapsy.de/index.php/de/9-biographien-a-z/115-lewin-james
(Stand vom:19.12.2018)